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Als Schwarzlicht Kollektiv berichten wir aus Würzburg und Umgebung zu Demonstrationen und gesellschaftlichen Themen; sehr oft aber auch überregional. Seit 2016 auf Facebook und seitdem in ständiger Expansion auf weitere Plattformen, berichten wir hauptsächlich direkt auf den Social-Media-Kanälen. 2/3

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Einer der beiden Angeklagten war nachweislich an dem Tag im Jamnitzer Park nicht anwesend. Das Urteil ist ein Skandal und reiht sich ein, in eine Reihe von härtester Repression gegen Linke. Vollste Solidarität mit Jan und allen anderen Betroffenen!

Genauere Hintergründe und weitere Infos zu dem Fall:
beobachternews.de/2020/12/27/i

Aufruf von GKN: twitter.com/kleinnizzawue/stat 2/2

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Die Gruppe Klein-Nizza - radikale Linke Würzburg @kleinnizzawue ruft zur Soli-Demonstration mit den zwei vom Jamnitzer in Nürnberg.

16.10 - 14:30 h
Veit-Stoß Platz, Nürnberg

Am Samstag findet in Nürnberg eine überregionale Demonstration gegen Repression statt.
Verurteilt wurden zwei scheinbar willkürlich ausgewählte Genossen: 15 Monate für das Anschreien von Cops und 18 Monate für ein angebliches Kantholz, dass nur eine Polizistin gesehen haben will. 1/2

Gleichzeitig wird von allen Seiten „nie wieder“ beteuert und vielleicht sogar einmal im Jahr Stolpersteine geputzt – um sich am nächsten Tag über den „Zionistenstaat“ aufzuregen. Der Hass ist allgegenwärtig und alle beteuern, dagegen vorzugehen. Doch in der Praxis wird er nur immer weiter verharmlost und hingenommen. Das Ergebnis sahen wir in Halle.

Quellen:

- sueddeutsche.de/politik/halle-
- tagesschau.de/investigativ/pan
- rlp.rosalux.de/publikation/id/
- tagesschau.de/inland/rechtsext 33/x

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Antisemitismus ist nicht nur eine Randerscheinung in der Gesellschaft. Im Gegenteil. Er zieht sich durch alle Milieus, ist omnispräsent. Mal offen, mal schlecht versteckt hinter Narrativen und Verschwörungsideologien. Deutlich zeigt sich dies seit dem ersten Corona-Lockdown an der Querdenken-Bewegung und all ihren unzähligen Abspaltungen, die so ziemlich jede existente Verschwörungstheorie anbieten. 32/x

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Er wird Antisemitismus, Rassismus, Misogynie, Queerfeindlichkeit und anderen Hass verbreitet haben, seine Tat angekündigt und sie wie der Täter von Christchurch gefilmt haben. Dann werden irgendwelche unnützen Sicherheitsbehörden wieder überrascht sein. Es wird wieder gefordert werden, dass entschlossener gegen Rechts vorgegangen wird – und im Zuge dessen die nächste SoKo Linx gegründet – und es wird sich nichts verändern. Doch der erste Schritt wäre, Zusammenhänge zu erkennen. 31/x

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Die Mörder von Christchurch, Norwegen oder Toronto werden in ihren Internet-Communities wie kleine Götter verehrt. Auch dem Täter von Halle wurde – glücklicherweise erfolglos – nachgeeifert. Und das wird nicht das letzte Mal sein. Auch beim nächsten Angriff wird ein Mann zum Täter und Frauen oder Minderheiten dafür verantwortlich machen. Er wird sich wieder auf das Breivik-Manifest beziehen, auf Incel- und andere rechtsextreme Foren. 30/x

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Es ist wichtig, die Zusammenhänge zu erkennen, entschlossen gegen rechtes Gedankengut vorzugehen und niemals zu vergessen, dass Sprache oftmals der Katalysator in der Sozialisation und Ideologisierung ist. Faschistische Ideologie bedeutet zwangsläufig den Tod von Marginalisierten.

Jeder Täter, der in die Lone Wolf Kategorie gepackt wird, beeinflusst weitere Täter. 29/x

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Es ist übrigens auch nicht verwunderlich, dass alle diese Terroristen sich immer wieder auf Anders Breivik beziehen, der mit seiner Tat dieser Idee des »DIY-Täters« den Weg geebnet hat. Der Attentäter von Halle wird auf Memes übrigens als Incel und jungfräulicher Versager dargestellt – weil ihm die Mannwerdung durch den Terrorakt eben nicht gelungen ist.“ (rlp.rosalux.de/publikation/id/) 28/x

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Ein Meme, das die Terroristen von Christchurch, Poway und El Paso als »Chads«, also als hypermaskuline und virile Supertypen darstellt, unterstreicht meine These. Auch der Incel-Superstar Elliot Rodger schrieb in seinem Manifest detailliert darüber, dass sein Mord an Kommilton*innen[sic] ihn endlich zum Mann machen würde. 27/x

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Durch den Mord an anderen können sie sich an der Kränkung, eben nur ein Wurm im Kompost der Verhältnisse zu sein, rächen, und sich zum Soldaten für eine größere Sache, nämlich einem Krieg um die weiße und/oder patriarchale Vorherrschaft aufschwingen. Der Terrorakt ist eine Form der Mannwerdung, und der männlichste Mann ist nun einmal der Soldat. 26/x

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Sie wollen eine Welt, in der sie wieder eine unangefochtene Herrscherposition innehaben, zurück. Der Terrorakt ist die Wiedergutmachung der narzisstischen Kränkung, eben kein Herrscher, sondern nur ein kleines Rädchen im Getriebe des Spätkapitalismus zu sein. 25/x

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Ich würde Incels in den gleichen Typus Täter kategorisieren wie den Attentäter von Halle, oder andere in chan-Boards verortete Rechtsterroristen wie die Täter des antisemitischen Anschlags in Poway, Kalifornien, oder des rassistischen Anschlags von El Paso, Texas. Das sind Täter, die sich in ihrer (weißen, männlichen) Hegemonie angegriffen fühlen; und dieser Angriff stellt eine narzisstische Kränkung jener Hoheitsposition dar, von der sie glauben, sie stünde ihnen zu. 24/x

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Imageboards, in denen eine Kultur(losigkeit) von Zynismus, Abwertung anderer und »moralischer Grenzüberschreitung« geprägt wird – also immer wieder extreme gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit artikuliert, aber diese als ironischer Witz verkauft wird. 23/x

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Umso wichtiger ist es, dies endlich ins öffentliche Bewusstsein aufzunehmen: Mit Rechten zu reden ist nicht die Lösung, sondern das Problem!

Veronika Kracher fasst die Vernetzung der Ideologien im Zusammenhang mit dem „Treffpunkt“ und Radikalisierungsort Internet im Interview mit der Rosa-Luxemburg Stiftung wie folgt zusammen: „Der Anschlag von Halle war definitiv ein antisemitischer Anschlag, aber der Täter hielt sich in den ebenfalls von Incels frequentierten »chan-Boards« auf: 22/x

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Es ist nicht die Ausnahme, sondern nur folgerichtig, dass sie diese Gewalt auch irgendwann ausleben und auf Worte Taten folgen lassen. Oft werden die Taten letztlich nicht als politisch gewertet und die Motive nicht ernst genommen oder verschleiert. 21/x

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Die Ideologien hängen zusammen: eine jüdische (Finanz-)Elite, die die Welt regiert (Stichwort: Marionette, Jüd*innen, die im Hintergrund die Fäden ziehen), habe sich den Feminismus ausgedacht, damit Menschen mit Uterus weniger Kinder bekommen, um die „weiße Rasse“ zu zerstören und somit einen Genozid an ihnen durchzuführen. Diese jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung, der genderwahnsinnige Kulturmarxismus müssen folglich mit allen Mitteln bekämpft werden. 20/x

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Hass – auch im Internet - darf nicht unterschätzt werden! Rassist*innen, Antisemit*innen, FaschistInnen, Incels, etc. teilen meist die gleichen Motive, Narrative und Feindbilder und hängen gewaltbedingenden Ideologien an. 19/x

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Die Tat stammt nicht von einem verwirrten Einzeltäter, sondern ist die unmittelbare Ausübung von Hass eines strammen Rechtsextremisten – ganz ohne feste Einbindung in eine sich offline formierende rechte Szene, sondern als Teil einer ideologischen Strömung, die sich über das Internet gegenseitig pusht.

Lone Wolf Attackers passen meist in ein ganz bestimmtes Muster, auf das nun genauer eingegangen werden soll. 18/x

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Dass die Radikalisierung im Internet statt im lokalen Fascho-Treff stattgefunden hat, ändert jedoch nichts an der rechtsextremen Ideologie. Die Einzeltätertheorie verharmlost diese dahinterstehenden online Strukturen, die offensichtlich zum gleichen Endergebnis führen wie die Radikalisierung durch eine Gruppe.

Meist wird die Theorie bei Rechtsextremismus herangezogen, wodurch Strukturen ignoriert und unsichtbar gemacht werden. 17/x

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Das AntiNetzwerk ist eine radikale, antiautoritäre Mastodon-Instanz für deutschsprachige Anarchist:innen und andere Personen aus dem antiautoritären Umfeld.